Die Geschichte der Bayer Villa in Erkrath‑Hochdahl
Vom Landhaus eines Kommerzienrats über den Familiensitz der Bayer-Erben bis zur denkmalgeschützten Waldvilla, in der du heute feiern und heiraten kannst.
- Baujahr
- 1899Bauzeit 1898/99
- Bauherr
- Arthur MeckelKommerzienrat aus Wuppertal
- Architekten
- Kayser und von GroßheimHeinrich Kayser und Karl von Großheim, Berlin
- Ursprünglicher Name
- Haus FalkenbergSeit dem Kauf 1910 als Bayer Villa bekannt
Haus Falkenberg: ein Landhaus mit Weitblick
Am Ende des 19. Jahrhunderts suchte sich der Wuppertaler Kommerzienrat Arthur Meckel einen besonderen Platz: den Falkenberg im heutigen Erkrath‑Hochdahl. Hier, abseits der Siedlungen, ließ er in den Jahren 1898/99 ein Landhaus bauen. Als Baujahr gilt 1899. Von der Höhe aus reichte der Blick über die rheinische Tiefebene bis in Richtung Leverkusen.
Die Pläne stammen von den Berliner Architekten Heinrich Kayser und Karl von Großheim. Das Haus hieß zunächst schlicht Haus Falkenberg. Wer heute davorsteht, erkennt die Handschrift der Gründerzeit sofort: ein runder Eckturm, ein geschweifter Giebel in der Mitte der Schaufassade, darunter ein Altan auf Säulen. Dazu kommen ein Mansardendach mit Fledermausgauben, Rundbogenfenster und geschwungene Zwerchgiebel – Merkmale, die der Denkmalschutz ausdrücklich hervorhebt.
Friedrich Bayer kauft das Haus und gibt ihm seinen Namen
1910 wechselte Haus Falkenberg den Besitzer. Käufer war der Geheime Kommerzienrat Friedrich Bayer, Sohn des gleichnamigen Gründers der Firma Friedr. Bayer & Comp. Von ihm hat die Villa ihren heutigen Namen. Er ließ das Haupthaus umbauen, und im Lauf der Zeit kamen eine Ostterrasse mit Säulen und eine Südterrasse hinzu.
Für die Familie war das Haus ein Sommersitz mit festem Rhythmus: Am 1. Mai zog man aus der Stadt, zunächst aus Elberfeld, später aus Leverkusen, mit Sack und Pack auf den Falkenberg. Mit Beginn des Herbstes ging es zurück ins Stadthaus. Friedrich Bayer engagierte sich außerdem im Gemeinderat und förderte mit privaten Zuwendungen wohltätige Zwecke vor Ort.
Was zum Anwesen gehörte
- Große Waldflächen, zuletzt rund 100 Hektar bis an den Hildener Stadtwald
- Zwei Bauernhöfe und ein Gästehaus
- Gebäude für Gärtner, Kutscher und Förster
- Die Gärtnerei Haus Grunewald, älter als die Villa selbst
- Ein Park mit Buchen, Ilexgebüsch, Lindenallee und Teichen
Ein Gut, das sich fast selbst versorgte
Zur Villa gehörte mehr als das Haupthaus. Ein Blick auf drei Orte zeigt, wie das Leben auf dem Anwesen ablief.
Zweispännig zum Bahnhof
Im Kutscherhaus wohnten ursprünglich der Kutscher und ein Knecht, später der Chauffeur. Von hier aus fuhr der Kommerzienrat jeden Tag mit dem Zweispänner zum Bahnhof Hochdahl, holte die Zeitung ab und reiste weiter nach Elberfeld in die Firma.
Wasserstand mit Hornsignal
In der Südecke des Hauses war ein Wasserturm für die Versorgung der Villa eingebaut. Den Füllstand konnte man außen an einer Skala ablesen. War der Turm voll, wurde das mit einem Hornsignal angezeigt.
Fast alles aus eigener Ernte
Die Gärtnerei war der ganze Stolz des Kommerzienrats. Für die Küche musste man nach seinem Bekunden nur Kaffee, Tee, Zucker, Salz und Pfeffer zukaufen, alles andere kam vom eigenen Land.
Kriegsende, Büros und ein Neuanfang
Mit dem Einmarsch der Amerikaner in Trills am 16. April 1945 wurde die Villa von der Besatzungsmacht beschlagnahmt und für mehrere Wochen genutzt. In den harten Wintern der Nachkriegszeit trafen sich die Kinder und Jugendlichen der Umgebung auf den zugefrorenen Teichen des Anwesens zum Schlittschuhlaufen. Der Park selbst war lange eingezäunt, aber Schlupflöcher fanden sich immer.
Ab den 1960er und 1970er Jahren endete die Zeit als Familiensitz, und die Villa wurde als Bürogebäude genutzt. Zwischen 2008 und 2010 stand sie leer und sollte verkauft werden. Im Sommer 2010 entschied sich der Eigentümer, das Haus mit seiner eigenen Firma zu nutzen. Von August bis Dezember 2010 wurde die Villa renoviert. Auch heute ist sie ein Haus, in dem gearbeitet wird: hier findest du die aktuellen Mieter.
Kein Haus, das für Veranstaltungen gebaut wurde – und gerade deshalb eines mit Charakter.
Bayer Villa · Baujahr 1899Die Bayer Villa in Jahreszahlen
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1898/99
Bau von Haus Falkenberg Kommerzienrat Arthur Meckel lässt das Landhaus nach Plänen von Heinrich Kayser und Karl von Großheim errichten. Baujahr: 1899.
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1910
Friedrich Bayer erwirbt das Haus Der Sohn des Firmengründers kauft Haus Falkenberg. Es wird umgebaut und ist fortan als Bayer Villa bekannt.
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16. April 1945
Einmarsch der Amerikaner Die Villa wird von der Besatzungsmacht beschlagnahmt und für mehrere Wochen genutzt.
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1960er/1970er
Ende der Familienzeit Der Besitz verlässt die Familie Bayer, das Haus wird als Bürogebäude genutzt.
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2008 bis 2010
Leerstand Die Villa steht leer und soll verkauft werden.
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August bis Dezember 2010
Renovierung Der Eigentümer entscheidet sich für die Eigennutzung und lässt das Haus renovieren.
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September 2025
Neues Kapitel: Veranstaltungen und Trauungen Die Bayer Villa wird Außentrauort des Standesamts Erkrath und öffnet sich für Veranstaltungen.
Kurz gefragt zur Geschichte
Wann wurde die Bayer Villa gebaut?
Warum heißt sie Bayer Villa?
Steht die Bayer Villa unter Denkmalschutz?
Kann man in der Bayer Villa standesamtlich heiraten?
Ein neues Kapitel: Heiraten in der Bayer Villa
Jahrzehntelang kannten viele Erkrather die Villa nur von Spaziergängen durch den Park, von außen und hinter Zaun und Bäumen. Das hat sich im September 2025 geändert: Seitdem zählt die Bayer Villa zu den Außentrauorten des Standesamts Erkrath. Schon für den 12. Dezember 2025 war eine Candle-Light-Trauung im Kaminzimmer der Villa geplant.
Das Besondere: Du kannst die standesamtliche Trauung mit einer freien Trauung verbinden, beides an einem Ort. Für die standesamtliche Trauung stehen bis zu 80 Sitzplätze zur Verfügung, die freie Trauung ist bis 200 Personen möglich. Die Kulisse liefern das Haus von 1899 und der Wald drumherum.
Quellen: Wikipedia, Artikel zur Bayer Villa in Erkrath, Herbert Bander, „Die Bayer-Villa – das Landhaus des Kommerzienrates und seine Ländereien“ (BGV Erkrath, 08/2007), Stadt Erkrath, Pressemitteilung „Standesamt bietet Außentrauungen in der Bayer Villa an“ (September 2025).
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